Radfahren trotz Infusionsständer
Kinderkrebshilfe Mainz e.V. finanziert innovatives „Infuuts“-Rad: Seit Mitte Juni können Kinder, die sich am Kinderonkologischen Zentrum der Universitätsmedizin Mainz in Behandlung befinden, das neu eingeführte „Infuuts“-Rad nutzen. Ein Novum auf dem Klinikflur: Am „Infuuts“, einem speziell für diesen Zweck entwickelten Kinderfahrrad, kann ein Infusionsständer sicher befestigt werden. Das Kinderonkologische Zentrum in Mainz ist dabei einer der Vorreiter bei der Einführung des niederländischen Produkts – finanziert wird das innovative Rad durch die Kinderkrebshilfe Mainz e.V.
Kinder, die an einer Krebserkrankung leiden, verbringen viel Zeit in der Klinik. Sie erhalten Medikamente, Flüssigkeit, Chemotherapie und auch Bluttransfusionen: Der Infusionsständer wird dabei zu einem ständigen Begleiter. Er ist notwendig, schränkt die Bewegungsfreiheit der Kinder aber erheblich ein. Beim Gang über den Krankenhausflur oder beim Fahren von Rutschautos in der Klinik oder im Klinikgarten ist es ein gewohnter Anblick, dass Eltern oder Pflegekräfte den Infusionsständer hinter den (Klein-)Kindern herschieben. Das „Infuuts“ bietet nun die Möglichkeit, den Infusionsständer mit dem Fahrrad zu koppeln; die Infusionsleitungen werden dabei sicher mit dem Mobilyzer oder dem FM Mobil von B. Braun über einen Haken geführt, damit nichts über den Boden schleift.
„Bewegung ist für die erkrankten Kinder enorm wichtig“, weiß Lara Eberl, stellvertretende Geschäftsführerin der Kinderkrebshilfe Mainz. „Sie liegen viel im Krankenhausbett, das wirkt sich auf die Muskeln aus. Mit dem ‚Infuuts‘ gewinnen sie ein Stück Freiheit zurück und können einfach Kind sein – trotz medizinischer Umgebung. Das Radfahren wirkt sich positiv auf ihr Wohlbefinden aus und stärkt zeitgleich Muskeln und Bewegungsapparat. Wir hoffen, dass sich das neue ‚Infuuts‘ gerade auch im Außenbereich der Klinik bewährt.“
Das „Infuuts“ ist das Ergebnis einer Kooperation zwischen dem Prinses Máxima Centrum und dem UMC Utrecht. Die Idee, jungen Patient*innen trotz ihrer medizinischen Geräte mehr Bewegungsfreiheit zu ermöglichen, entstand 2020. Im Radfahrland Niederlande war die positive Resonanz auf das „Infuuts“ enorm. Seit Anfang 2025 wird es nun auch in Deutschland ausgeliefert.
Die Kinderkrebshilfe Mainz setzt sich schon seit vielen Jahren für die Einbindung von Sport auch während der stationären Krebsbehandlung in der Klinik ein: Seit 2011 finanziert sie das Sportprojekt am Kinderonkologischen Zentrum der Universitätsmedizin Mainz. Dort animieren mehrere Sportwissenschaftler*innen die Kinder und Jugendlichen zu mehr Bewegung in der Klinik im eigens hierfür ausgestatteten Sportraum. Das neue „Infuuts“-Rad ist eine sinnvolle Ergänzung des bestehenden Angebots – auch über die Flure der Station A2 hinaus.
Die Kinderkrebshilfe Mainz e.V. ist eine gemeinnützige Organisation, die 2009 von Kinderärzt*innen des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsmedizin Mainz gegründet wurde. Ziel der Kinderkrebshilfe Mainz ist es, krebskranken Kindern und Jugendlichen eine bestmögliche zu garantieren und ihre Heilungschancen zu verbessern – und damit den Krebs gemeinsam zu besiegen.


