Sie sind da, sie hören zu, sie trösten, sie stecken zurück, sie halten aus – Geschwister von Kindern mit Krebs begleiten die Krankheit oft still im Hintergrund – und tragen doch eine enorme Last.
Denn die Diagnose Kinderkrebs betrifft nicht nur das erkrankte Kind, sondern die ganze Familie. Plötzlich ist nichts mehr, wie es war. Der Bruder oder die Schwester lebt zeitweise mit einem Elternteil in der Klinik, und auch zu Hause bestimmt die Krankheit den Alltag: Kontakte werden eingeschränkt, Aktivitäten angepasst, Bedürfnisse zurückgestellt. Die Aufmerksamkeit richtet sich verständlicherweise auf das kranke Kind – für gesunde Geschwister bedeutet das oft, die eigenen Sorgen und Wünsche hintanzustellen.
Dabei haben auch sie Angst. Sie sind überfordert, vermissen ihre Eltern, ihren Bruder oder ihre Schwester und ihr gewohntes Leben. Umso bemerkenswerter ist es, wie viel Kraft viele Geschwisterkinder entwickeln. Sie sind so oft der Fels in der Brandung, die Konstante, die da ist, wenn der Klinikaufenthalt endlich überstanden ist. Oft wachsen die gesunden Geschwisterkinder über sich hinaus, sind stark und trösten, wenn das kranke Geschwisterkind leidet. Zusammen lachen, zusammen weinen, zusammen die Kraft finden, diesen Weg zu meistern – egal, wie steinig er ist. Häufig wächst daraus eine noch tiefere Verbundenheit.
Am Welttag der Geschwister denken wir deshalb ganz besonders an all jene, die an der Seite ihres Bruders oder ihrer Schwester gegen Kinderkrebs und andere schwere Krankheiten kämpfen. Ihr seid stark, mutig und großartig und eine so wichtige Stütze!