12.000 Radkilometer und rund 5.000 Euro Spende für die Kinderkrebshilfe Mainz e.V. – ein tolles Ergebnis, das Toni durch seine Fahrradtour in Down Under erzielt hat. Ihm und seiner Begleitung, Sonja Fehling, die in Australien mehr als 16.000 Kilometer mit dem Auto zurückgelegt hat, zollen wir jede Menge Respekt und Dank.

Toni mit Sonja am Strand

„Ich habe alles von klein auf geplant“ sagt Toni und meint damit die zweijährige Vorbereitungszeit, in der er das Internet strapaziert, Reiseführer gewälzt und klimatische Bedingungen Down Under unter die Lupe genommen hat. Ursprünglich plante er eine Reise nach Russland, was aber aufgrund der geopolitischen Lage nicht möglich war. Also plante er um – Australien sollte es sein. Nach einigem Bohren und Nachfragen hat sich seine Nachbarin Sonja bereiterklärt, mitzufahren. Da Tonis Englischsprachkenntnisse nicht die besten sind, hatte er mit der Dolmetscherin Sonja an seiner Seite nicht nur Unterstützung in allen Lebenslagen, sondern auch jemanden, mit dem er sich über die vielen Erlebnisse austauschen konnte. Sonja ist auch diejenige, die ihm Knie und Arm verbunden und ihn versorgt hat, als er in den ersten Tagen aufgrund des starken Windes buchstäblich vom Rad geweht wurde und sich verletzt hat.

Der Wind, der war eh so eine Sache bei der Reise: Wir hatten vorher über Roadtrains, Kängurus auf den Straßen und die Einsamkeit in the middle of nowhere gesprochen– aber auf den Wind als stärkste Herausforderung wären wir nicht gekommen. Nach anfänglichem Stolz fügte sich Toni doch im Laufe der Zeit und sah ein, dass er gegen starken Gegen- und Seitenwind keine Chance hatte und lieber nicht mit dem Rad fuhr. So kam dann doch der ein oder andere Auto-Kilometer hinzu – oder die beiden legten auch mal eine Pause ein. Weitere Herausforderungen waren die Hitze, teilweise mit sehr hoher Luftfeuchtigkeit, auch mal viele Regentage am Stück und eine Reifenpanne im Outback. Bei letzterer wendete sich aber noch alles zum Guten und Toni und Sonja durften erleben, wie hilfsbereit die Australier sind: Durch einen Kontakt zu einem Einheimischen und dessen Netzwerk wurde ein Reifen in der (relativen) Nähe aufgetrieben, der wirklich passte und die Weiterfahrt ermöglichte.

Nach besonderen Erlebnissen gefragt, kommt Toni auf ein Krokodil zu sprechen. Es überquerte nur 30 Meter vor ihm die Straße und flößte ihm doch einiges an Furcht ein. Glücklicherweise zeigte das Raubtier kein Interesse an Toni. Sonja erzählt eher von harmlosen Tieren, die ihr Herz erobert haben: verschiedene Vögel, süße Pinguine und knuddelige Koalas. Besonders anstrengend war für sie das Autofahren. Da das Fahrrad nicht in den ersten Mietwagen passte, musste sie, wenn Toni wetterbedingt nicht radeln konnte, eine Strecke vierfach fahren, um ein Mal Toni und das nächste Mal Gepäck und Fahrrad zur Unterkunft bringen zu können.

Die beachtliche Spendensumme kam bei verschiedenen Gelegenheiten zusammen. Schon im Vorfeld sammelte Toni Spenden, so zum Beispiel beim Pensionärstreffen bei seinem ehemaligen Arbeitgeber, im Eiscafé bei ihm um die Ecke oder ausnahmsweise bei der Thalia-Buchhandlung . Nicht nur ehemalige Kolleg*innen spendeten, sondern auch Freunde und Bekannte. In Australien gab es einen Zeitungsbericht über seine Charity-Tour. In einem Post-Office spendete eine Angestellte spontan zehn australische Dollar, als Toni ihr von seiner Tour erzählte.

Insgesamt sind die beiden sehr froh, diese Reise gemacht zu haben. Sie war finanziell für Toni zwar kein Pappenstiel, hat sich aber für ihn und Sonja ideell mehr als gelohnt. Zum einen nimmt ihnen diese tollen Erlebnisse niemand mehr. Und zum anderen konnten sie so eine beträchtliche Summe im Kampf gegen den Kinderkrebs beisteuern, was den beiden ein Herzensanliegen ist. Beim Willkommensempfang in Bingen kurz nach ihrer Landung Ende Juni konnten wir uns symbolisch mit Kleinigkeiten, wie Meenzer Weck, Worscht und Woi und Blumen bedanken.

Lieber Toni und liebe Sonja, wir sind unglaublich stolz auf Euch und dankbar, dass es solche Menschen wie Euch gibt – die mit Herzblut und ganzem Engagement für eine Sache einstehen und den Kampf gegen den Kinderkrebs unterstützen! Tausend Dank dafür.

Mit Tonis Touren zu unseren Gunsten ist es eventuell noch nicht vorbei, vielleicht plant er eine weitere Reise. Dann aber mit dem Auto. Die Panamericana, die längste Straße der Welt mit 48.000 Kilometern von Argentinien über Mittelamerika bis Alaska hat er irgendwie im Kopf. Man merkt: Von klein auf planen, ist Tonis Sache, klein denken allerdings nicht.

Wer noch mehr zu Toni erfahren möchte klickt auf den Beitrag in der Landesschau: Zum Beitrag…

Foto der Stadt Bingen (Willkommen nach der Tour): Förderin und Heilpraktikerin Stephanie Dreyer, OB Thomas Feser, Anton Bellroth, Sonja Fehling und Marielle Becker (v. l.) bei der Begrüßung. Bildnachweis: Stadt Bingen, Gabi Gsell