Heute ist Weltkinderkrebstag, ein Tag, der besonders auf das Thema Krebs im Kindes- und Jugendalter aufmerksam machen soll. In Deutschland erkranken jedes Jahr rund 2.200 Kinder und Jugendliche neu an Krebs – allein bei uns in der Region sind es 100 bis 120 neue Fälle im Jahr.

Was aber bedeutet die Diagnose für Betroffene?

Klinikleben: Plötzlich ist alles anders.

Bekommt ein Kind die Diagnose Krebs, dann ist das ein Schock und tiefer Einschnitt in das Leben der betroffenen Familien. Von heute auf morgen ändert sich einfach alles, der normale Alltag verabschiedet sich auf unbestimmte Zeit. An dessen Platz treten Krankenhausaufenthalte und Therapiepläne. Nichts ist mehr planbar: Häufig müssen die kleinen und größeren Patient*innen auch außerplanmäßig in die Klinik, denn das geschwächte Immunsystem kann Infektionen und die Behandlung Komplikationen nach sich ziehen.

Da das Immunsystem durch die Chemotherapie, die den Krebs bekämpft, nicht mehr richtig arbeiten kann, müssen auch soziale Kontakte eingeschränkt werden – zu groß ist die Ansteckungsgefahr. Ob ein Kinobesuch, die Teilnahme an Geburtstagsfeiern oder der Kontakt zu Freund*innen – während der Intensivtherapie ist vieles nicht mehr möglich. Die betroffenen Kinder werden aus der vertrauten Umgebung gerissen, aus ihrem Zuhause, Schule, Kindergarten und Freundeskreis und hineinkatapultiert in die Klinikwelt. So kommt es für die Erkrankten neben den Ängsten und Unwägbarkeiten, die mit der Krebsdiagnose einhergehen, neben der körperlich kräftezehrenden und teils schmerzhaften Therapie auch durch die Isolation zu einer enormen psychischen Belastungssituation. Und diese erfasst nicht nur die kleinen und größeren Patient*innen, sondern die komplette Familie.

Eine Ausnahmesituation für betroffene Familien

Die Diagnose Kinderkrebs verändert das Leben der kompletten Familie.

Auf diesen Umstand möchten wir am heutigen Weltkinderkrebstag nochmals ganz bewusst aufmerksam machen: Kinderkrebs betrifft die komplette Familie. Die Diagnose Kinderkrebs teilt das Leben der Familien in ein Davor und Danach. Trotz hoher Heilungschancen kann Kinderkrebs für die betroffenen Kinder tödlich enden – damit umzugehen, ist verdammt schwer. Und zwar für die Kinder selbst, für Geschwister, für Eltern und Angehörige. Und Kinderkrebs verschwindet nicht einfach, wenn die Therapie überstanden und der Krebs besiegt ist: Er begleitet diese Familien ein Leben lang in Form von Ängsten, in Form von Spätfolgen, in Form von Erinnerungen an eine sehr schwere Zeit. All das zu verarbeiten, erfordert viel Kraft und Mut.

Wie wir helfen wollen

Ein Ausflug in den Zoo bringt betroffene Familien zusammen.

Umso wichtiger ist es, betroffene Familien aufzufangen: Wir bei der Kinderkrebshilfe Mainz haben uns das Ziel gesetzt, kleinen und größeren Patient*innen und deren Familien unter anderem eine bestmögliche psychosoziale Versorgung bereitzustellen – von der Diagnose, über den Zeitraum der Therapie und danach. Dies erreichen wir durch die Finanzierung von zusätzlichen Psycholog*innen am Kinderonkologischen Zentrum und durch ein breit gefächertes Angebot an Gruppenaktivitäten, Ausflügen und Events, die den Kindern und Jugendlichen sowie Familien vor allem eines zeigen sollen: Ihr seid nicht allein, gemeinsam meistern wir den Weg, der vor euch liegt!

So haben wir im vergangenen Jahr in Form des Projekts „Schwierige Zeiten gemeinsam meistern“ mithilfe von Herzenssache e.V., der Kinderhilfsaktion von SWR, SR und Sparda-Bank, die unser Projekt für drei Jahre im Aufbau unterstützt, viel bewegen können: Bei einem Geschwistertag mit Ausflug auf den Minigolfplatz konnten sich Geschwisterkinder untereinander austauschen. Für betroffene Kinder und Jugendliche wurde mit der regelmäßig stattfindenden Jugendgruppe „AusZeit“ und der Kindergruppe „Gefühlshelden“ ein Rahmen für den Austausch zwischen kleinen und größeren (ehemaligen) Patient*innen geschaffen. Entspannungsgruppen für Eltern sowie Ausflüge, die die betroffenen Familien zusammenbringen und zugleich schöne Momente schaffen, wie etwa bei einem Zoobesuch oder der Reittherapie, runden das Angebot ab. (Dieses Jahr sind weitere Ausflüge und Aktivitäten geplant.)

Das Team der Kinderkrebshilfe Mainz versucht zudem, auch direkt in der Klinik durch das Umsetzen von kleineren Events den Kindern und Jugendlichen eine Freude zu machen: Kinobesuch ist nicht möglich? Dann kommt das Kino eben in die Klinik, wie anlässlich des diesjährigen Weltkinderkrebstages. Mit Getränken und Popcorn für echtes Kino-Feeling haben die kleinen und größeren Patient*innen gemeinsam die mutige Seefahrerin Vaiana bei ihrer neuesten Reise begleitet.

Auch in diesem Jahr möchten wir noch ganz viel für die kleinen und größeren Patient*innen erreichen, sei es durch den weiteren Ausbau der psychosozialen Versorgung, die Anschaffung medizinischer Geräte, die Sporttherapie oder die Unterstützung von Forschungsprojekten. Helft mit, werdet laut, schafft Aufmerksamkeit und Bewusstsein! GeMAINZam gegen Kinderkrebs!