Ein Kind am Lebensende begleiten

Inhaltshinweis: Dieser Beitrag thematisiert das Sterben eines Kindes sowie Abschied und Trauer.

Der (nahende) Tod eines Kindes gehört zu den Themen, über die in unserer Gesellschaft nur selten offen gesprochen wird. Für Familien, deren Kind unheilbar erkrankt ist, ist dies jedoch plötzlich Realität. Neben Angst, Trauer und Überforderung entstehen viele Fragen: Wie können Eltern mit ihrem Kind über das Sterben sprechen? Was braucht ein schwerkrankes Kind in dieser Zeit? Wie lassen sich Selbstbestimmung, Nähe und schöne gemeinsame Momente bewahren? Und was kann Familien dabei helfen, Abschied zu nehmen?

In ihrem Booklet „Mein Kind wird sterben – Informationen und Erfahrungen einer Mutter“ widmet sich Anna Cernko diesen schwierigen und wichtigen Fragen. Sie ist Psychologin und Psychotherapeutin und zugleich Mutter von Carl, der 2020 an Krebs erkrankt war, mehrere Rezidive bekam und 2024 an den Folgen seiner Krebserkrankung verstorben ist.

In der Publikation verbindet Anna Cernko ihre persönlichen Erfahrungen mit fachlichem Wissen, einfühlsamen Anregungen und Tipps. Sie schreibt über die Begleitung eines sterbenden Kindes, über offene Gespräche, Rituale und Abschied, aber auch über Liebe, Verbundenheit und die kostbare gemeinsame Zeit innerhalb der Familie.

Dabei stellt sie das sterbende Kind mit seinen Wünschen und Bedürfnissen in den Mittelpunkt. Denn auch Kinder und Jugendliche, die ihrem Lebensende entgegenblicken, möchten gehört und ernst genommen werden. Sie brauchen Sicherheit, Zuwendung und so viel Freiheit und Selbstbestimmung wie möglich.

Das Booklet richtet sich insbesondere an betroffene Familien, kann aber ebenso Angehörigen, Freund*innen, Fachkräften und allen Menschen Orientierung geben, die ein schwerkrankes Kind und seine Familie auf seinem letzten Weg begleiten. Es möchte dazu beitragen, Sprachlosigkeit zu überwinden und das Sterben von Kindern nicht länger aus der gesellschaftlichen Wahrnehmung auszublenden.

Die Kinderkrebshilfe Mainz hat Anna Cernko bei der Produktion des Booklets unterstützt. Die palliative Versorgung von Kindern und Jugendlichen sowie die Begleitung ihrer Familien sind wichtige Bestandteile einer ganzheitlichen Versorgung. Dieses Thema möchten wir als Verein weiter ausbauen und gezielt unterstützen.

Unser Anliegen ist es, betroffene Familien nicht nur während einer kurativen Behandlung, sondern auch dann verlässlich zu begleiten, wenn eine Heilung nicht mehr möglich ist. Kinder, Jugendliche, Eltern und Geschwister brauchen in dieser Situation eine umfassende medizinische, psychosoziale und palliative Unterstützung – und das Gefühl, auch dann gesehen und nicht allein gelassen zu werden.

Das Booklet steht hier zum Lesen und Herunterladen zur Verfügung.

Mehr zu Carls Geschichte findet ihr hier.