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Achtsam spenden: Weil Ihre Spende etwas bewirken soll

Ein Fall aus Hessen sorgt aktuell im Netz für Bestürzung – auch bei uns und vielen anderen Elterninitiativen und gemeinnützigen Vereinen, die im Bereich Kinderkrebs tätig sind: In Gießen steht eine Mutter vor Gericht, weil sie ihrem Kind sowie dem gesamten sozialen Umfeld über längere Zeit eine Krebserkrankung vorgetäuscht haben soll, obwohl das Kind tatsächlich nicht an Krebs erkrankt war. Dabei hat sie rund 358.000 Euro an Spenden eingeworben: durch einen Schul-Spendenlauf, eine Onlinekampagne und private Darlehen – für angeblich lebensrettende Medikamente, eine Behandlung in den USA und die Erfüllung von Herzenswünschen.

Die Mutter hat die Vorwürfe vor Gericht eingeräumt – besonders belastend ist aus unserer Sicht, dass das Kind nach den bisherigen Erkenntnissen selbst an seine schwere Erkrankung geglaubt haben soll.

Unabhängig davon, was die Mutter hier getan hat:

Wir sehen ein Kind, das über Jahre glauben musste, schwer krank zu sein und bald sterben zu müssen. Dieses Kind braucht vor allem eines: Schutz, Unterstützung und Menschen, die ihm jetzt zur Seite stehen. Unsere Gedanken sind bei diesem Kind.

Gleichzeitig darf dieser Fall nicht dazu führen, dass Spenden in Verruf geraten. Im Gegenteil: Kinder und Jugendliche mit einer Krebserkrankung brauchen Ihre Unterstützung – und seriöse Organisationen sind auf Spenden angewiesen, um eine bestmögliche Behandlung zu gewährleisten. Tagtäglich begleiten wir Familien, bei denen eine Geschichte wie diese für Fassungslosigkeit sorgt. Sie wünschen sich nichts mehr als ein gesundes Kind.

Wir verstehen, wenn dieser Fall Fragen aufwirft: Kann ich überhaupt noch guten Gewissens für krebskranke Kinder spenden? Kommt meine Hilfe wirklich dort an, wo sie gebraucht wird?

Unsere klare Antwort: Ja. Bitte hören Sie nicht auf zu helfen.

Es gibt viel zu viele Kinder, die tatsächlich an Krebs erkrankt sind. Familien, deren Alltag sich von einem Tag auf den anderen verändert. Kinder, die neben medizinischer Behandlung auch Hoffnung, Normalität und ein Stück unbeschwerte Kindheit brauchen.

Als gemeinnützig anerkannter Verein ist es der Kinderkrebshilfe Mainz e.V. – und wir wissen uns dabei mit vielen befreundeten Organisationen aus anderen Städten verbunden – deshalb besonders wichtig, mit den uns anvertrauten Spenden verantwortungsvoll und transparent umzugehen.

Wir hoffen sehr, dass dieser extreme Fall ein Einzelfall bleibt – zugleich zeigt sich immer wieder, dass auch im Kleinen mit Spendenaufrufen und dem Vertrauen hilfsbereiter Menschen Missbrauch betrieben wird, weshalb wir alle aufmerksam und achtsam bleiben sollten. So können Sie ganz generell sicher spenden:

Bitte nur über offizielle Kanäle oder verifizierte Aktionen

Nutzen Sie die angegebenen Spendenmöglichkeiten auf offiziellen Webseiten oder verifizierte Aktionen. Bei Spendenaufrufen über private Konten oder Links aus sozialen Netzwerken ist Vorsicht geboten – wir kennen viele Fälle, wo privat organisierte Kampagnen durchaus seriös sind. Sollten Sie aber unsicher sein, versuchen Sie zunächst faktenbasierte Informationen über den Fall zu finden. Oft sind diese auch in Zusammenarbeit mit den ansässigen Elterninitiativen oder gemeinnützigen Vereinen entstanden.

Auf Transparenz achten

Eine seriöse Organisation sollte offenlegen, wer hinter ihr steht, welchem Zweck sie dient und wie die anvertrauten Mittel eingesetzt werden. Die Kinderkrebshilfe Mainz e.V. ist als gemeinnütziger Verein anerkannt. Das bedeutet: Unsere Arbeit dient einem steuerbegünstigten Zweck – und wir unterliegen den entsprechenden gesetzlichen Vorgaben.

Niemals unter Druck setzen lassen

Seriöse Spenden brauchen keine künstliche Dringlichkeit.

  • Nehmen Sie sich immer die Zeit, einen Spendenaufruf zu prüfen.
  • Besonders in der Vorweihnachtszeit sind Rosenverkäufer*innen und klimpernde Dosen in den Innenstädten oftmals auffällig – ein Bezug zur Kinderkrebshilfe Mainz e.V. besteht hierbei in keinem Fall. Rufen Sie im Zweifel auch kurzfristig bei uns an, um Spendenaktionen auf der Straße zu verifizieren.
  • Wir würden potenzielle Spender*innen niemals auf der Straße ansprechen oder anrufen, um private Spenden zu erbitten oder gar Unterschriften zu leisten.
  • Überprüfen Sie immer, ob die Absenderadresse einer E-Mail auch wirklich (nicht nur der angegebene Name) auf „kinderkrebshilfe-mainz.de“ endet. Klicken Sie immer die vollständigen Absender-Details an, oft steckt hinter dem Namen eine offensichtlich nicht verifizierte E-Mail-Adresse.

Unser Wunsch ist, dass dieser Fall nicht das Vertrauen in echte Hilfe zerstört. Nicht bei uns, aber auch nicht bei den über 70 anderen Elternvereinen und Initiativen, die den Kampf gegen Kinderkrebs unterstützen. Wir ziehen an einem Strang: geMAINZam gegen Kinderkrebs!

Deshalb unser Appell: Bleiben Sie mitfühlend. Bleiben Sie aufmerksam. Und bleiben Sie hilfsbereit. Ihre Spende kann einen echten Unterschied machen.