In Liebe begleiten – Interview mit Anna Cernko zum Thema Palliativversorgung

Heute gedenken wir am Worldwide Candle Lighting Day den Kindern, die leider zu früh gehen mussten. Kinder, die sterben, verdienen es, gesehen zu werden. Warum das so wichtig ist, erzählt uns Psychologin und Mutter Anna Cernko – sie hat ihren an Krebs erkrankten und verstorbenen Sohn Carl mit viel Liebe begleitet.

Childhood Cancer Awareness Month: „Ein doppeltes Wunder“ – Luisas Geschichte

Zum Childhood Cancer Awareness Month erzählen wir die Geschichte von Luisa und ihrer Familie. Luisa erhielt 2024 im Alter von drei Jahren die Diagnose Wilms-Tumor – es folgte ein schwerer Weg, den die Familie mit viel Mut, Stärke und Liebe gegangen ist. Heute geht es Luisa gut.

Krebs im Kindesalter und späterer Kinderwunsch – Vivianas Mutmacher-Geschichte

Chemotherapien, Bestrahlung, Stammzelltransplantation: Eine Krebstherapie hinterlässt Spuren. Eine mögliche Langzeitfolge kann eine verminderte Fruchtbarkeit sein. Wie Viviana, die als Kind selbst an Krebs erkrankt war, mit dem Thema umgegangen ist, erzählt sie uns heute zum Muttertag.

„Im Himmel werde ich Fußballprofi“ – in Gedenken an Carl

Die Geschichte von Carl gibt Einblicke in ein Leben mit Krebs – begleitet von vielen Therapien, aber auch vielen Glücksmomenten. Was es bedeutet, in Sachen Zeit umzudenken, erzählt uns Mama Anna.

You’ll never walk alone: Gemeinsam gegen Kinderkrebs

Für die ganze Familie ist die Diagnose Kinderkrebs ein absoluter Schock und oftmals fühlen sich die Familien in dieser Situation überfordert, hilflos und manchmal auch allein. Für Außenstehende ist die Krankheit und Therapie sowie alles, was damit einhergeht, nicht oder kaum nachvollziehbar – das Leben der betroffenen Kinder und Familien ändert sich schlagartig. Am Kinderonkologischen Zentrum in Mainz werden Familien aufgefangen: Ärzt*innen, Pfleger*innen und das psychosoziale Team geben täglich ihr Bestes, um den kleinen und größeren Patient*innen und ihren Familien beizustehen.

Darüber hinaus helfen sich betroffene Familien aber auch gegenseitig – im direkten Austausch in den Kliniken. Oftmals teilen sie sich ein Krankenhauszimmer, kommen dort ins Gespräch. Gerade dieser Austausch tut oft gut, denn mit anderen Betroffenen über die Krankheit zu sprechen, zeigt, dass die Familien nicht allein sind. Von den Erfahrungen anderer zu hören, kann es leichter machen, sich an den neuen Alltag aus Therapieplänen und Klinikaufenthalten zu gewöhnen. Und auch außerhalb der Klinik findet Austausch statt: Zum Beispiel in Form von öffentlich zugänglichen (Social-Media-)Blogs. Es gehört viel Mut und Stärke dazu, den Weg der Erkrankung des eigenen Kindes zu dokumentieren und gleichzeitig können diese öffentlichen Erfahrungsberichte viel Gutes bewirken. Sie können den Betroffenen selbst bei der Verarbeitung des Schicksalsschlags helfen. Sie können aufklären und Aufmerksamkeit schaffen für das Thema Kinderkrebs. Und sie können anderen Betroffenen zeigen: Ihr seid nicht allein. Ihre Geschichten können Mut machen und Trost spenden.

So erzählt beispielsweise das Instagram-Profil @juli.wirbelkind die Geschichte des kleinen Julius, der 2021 ein Neuroblastom diagnostiziert bekam und in diesem Jahr ein Rezidiv erlitt. Seine Eltern geben Einblicke in den (Klinik)-Alltag, in die Krankheit, in Ängste und Herausforderungen. Ein Blick auf das Instagram-Profil @sonnen_schein_kind nimmt Betrachter*innen mit in das Leben von „Sonnenschein“, ein Mädchen, das 2021 mit 5 Jahren an Leukämie erkrankte. „Sonnenscheins“ Mama erzählt mit starken Worten rückblickend von der Erkrankung ihrer Tochter, erklärt Begrifflichkeiten, die oft nur Eltern von krebskranken Kindern und medizinischem Personal geläufig sind und nimmt Besucher*innen mit in die Gefühlwelt einer betroffenen Mama. Sie zeigt, wie sehr sich das Leben mit der Diagnose in ein „Davor“ und „Danach“ teilt. Und auch bei @cole.und.die.chemopolizei begleiten wir eine Familie im Kampf gegen Kinderkrebs. Der kleine Cole erkrankte 2023 an einem Hirntumor. Mit den Worten „Wir möchten, dass Kinderkrebs kein Tabuthema mehr ist und darüber berichten, wie es unser Leben verändert hat“ nimmt das Profil Besucher*innen mit auf Cole’s Reise im Kampf gegen Kinderkrebs. Aus Cole’s Perspektive werden Einblicke gegeben: Wie es zur Diagnose kam und welche Symptome auftraten und wie die Therapie bis dato verläuft.

Auch bei Facebook finden sich Profile, die Erfahrungsberichte liefern, wie etwa die Facebook-Seite „Bösewichte im Blut“, welche von der Blutkrebserkrankung des kleinen William, aber auch von seinem Verlust und der damit einhergehenden Trauer erzählt. Und nicht nur auf privaten Profilen finden Betroffene Informationen, Erfahrungsberichte und Trost – auch Facebook-Gruppen können für Eltern und Patient*innen eine Stütze sein. So können sie zum Beispiel in der Gruppe „Kinder und Jugendliche mit Leukämie (Austausch für Eltern und Patienten)“ Fragen stellen, von ihren Erfahrungen berichten und sich gegenseitig Mut machen.

Aufmerksamkeit und Bewusstsein zu schaffen im Kampf gegen Kinderkrebs ist wichtig! All die genannten Profile und Seiten (und viele weitere) tragen dazu bei, dass Kinderkrebs kein Tabuthema ist und sich Betroffene weniger allein fühlen. Sie sind unglaublich wertvoll. Wir ziehen unseren Hut vor der Ehrlichkeit und Stärke, die hinter den Profilen und Seiten steckt und vor den kleinen und größeren Patient*innen, die diesen schweren Weg gemeinsam mit ihren Familien beschreiten – voller Hoffnung und Liebe.

 

Foto: ESTHER KOCH PHOTOGRAPHIE

World Blood Cancer Day: In Gedenken an William

Anlässlich des World Blood Cancer Day erzählen wir die Geschichte des kleinen William, zeigen auf, wie man (kleinen) Blutkrebspatient*innen helfen kann und vermitteln Fakten rund um das Thema Leukämie.

Zum internationalen Tag der Pflege: Lara – Pflegerin und Kämpferin mit Herz

Anlässlich des internationalen Tags der Pflege am 12. Mai haben wir mit Lara (19) gesprochen: Sie arbeitet nicht nur in der Altenpflege, sondern befand sich selbst schon in der Rolle der zu Pflegenden – Lara hatte als Kind Nierenkrebs. Eine Geschichte von einer jungen Frau mit ganz viel Herz, Stärke und Mut.

Warum Trauer und Verlust kein Tabu sein dürfen…

Diesen Donnerstag ist Vatertag und am kommenden Sonntag ist Muttertag. Das wissen die meisten. Am gestrigen Sonntag war ebenfalls Muttertag, allerdings aus sehr traurigem Anlass: Denn am ersten Sonntag im Mai ist der Muttertag für verwaiste Mütter (International Bereaved Mother’s Day). An diesem Tag wird Aufmerksamkeit geschaffen für das noch sehr häufig tabuisierte Thema „Verlust eines Kindes“ und die Trauer, die damit einhergeht. Der Tag schlägt aber auch eine Brücke zum Muttertag am zweiten Sonntag im Mai, indem er aufzeigt: Mütter und natürlich auch Väter, die ihr Kind verloren haben, bleiben Eltern und solche Tage wie Mutter- und Vatertag sind für diese Eltern häufig besonders stark mit Trauer und Schmerz verbunden. Ein gewisses Maß an Sensibilität im Umfeld der Betroffenen ist an diesen Tagen deshalb wichtig – sei es vielleicht in Form einer Umarmung oder einem Angebot aus dem Familien- und Freundeskreis wie: „Ich bin für dich da, wenn du mich brauchst.“

Denn ein Kind zu verlieren, egal ob schon im Mutterleib, bei der Geburt oder später durch Unfall oder Krankheit, ist für Eltern das Schlimmste, was ihnen passieren kann. Es ist grausam und unnatürlich und verändert das Leben der betroffenen Familien unwiederbringlich. Das Vermissen und die Trauer erhalten Einzug, um zu bleiben. Und darüber schreibe ich heute nicht nur als Mitarbeiterin der Kinderkrebshilfe Mainz, sondern als betroffene Mutter, die ihren Sohn mit gerade einmal drei Jahren an Leukämie verloren hat. Auch wenn heute rund 80 Prozent der Kinder, die an Krebs erkranken, geheilt werden können, überleben 2 von 10 Kindern ihre Diagnose nicht länger als 15 Jahre.

Uns ist es wichtig, auch das zu thematisieren – diese Kinder und deren Familien werden nicht vergessen! Und es darf kein Tabu sein, auch darüber zu sprechen. Ich für meinen Teil tue das – heute in Form dieses Beitrags – aber auch privat, indem ich über unsere Geschichte, meinen Sohn und die Trauer, aber auch die Liebe und das Leben schreibe (Facebook-Blog „Bösewichte im Blut“). Das ist meine Art, damit umzugehen.

Aber Trauer ist individuell – es gibt keine Anleitung, keinen Königsweg, um mit so einem schweren Verlust umzugehen. Vielen Eltern hilft es, darüber zu sprechen, zu wissen, dass sie nicht allein sind: Es gibt Anlaufstellen, die Eltern bei der Trauerverarbeitung unterstützen können, wie etwa das psychosoziale Team am Kinderonkologischen Zentrum der Unimedizin Mainz, der Verein „Trauernde Eltern & Kinder Rhein-Main e.V.“ und spezielle Rehas für verwaiste Eltern und Geschwister (z.B. Nachsorgeklinik Tannheim). Und oft hilft es auch schon, wenn Betroffene wissen, dass das familiäre Umfeld und Freunde bereit sind, zuzuhören.

Meine Arbeit bei der Kinderkrebshilfe Mainz hilft mir, indem sie mir das Gefühl gibt, etwas bewegen zu können, gegen die Krankheit, die uns unser Kind genommen hat. Und auch das scheint ein Weg zu sein, den manche Eltern wählen: Sie engagieren sich beruflich und/oder privat für ihre verstorbenen Kinder und gegen Krankheiten wie Krebs im Kindesalter. So sind beispielsweise Stiftungen und Vereine wie „Für Emilia“ oder die „Sophia Kallinowsky Stiftung“ entstanden.

Und auch das Schreiben kann bei der Verarbeitung helfen – sei es in Form von Blogs wie zum Beispiel „Mein Tanz im Regen deiner Asche“ (Instagram) oder auch in Form von Büchern wie „Superhelden Sterben nicht“. Von diesen Erfahrungen zu lesen, kann anderen betroffenen Eltern eine große Hilfe sein, Trost spenden und Hoffnung geben.

Wir von der Kinderkrebshilfe Mainz erzählen viele Geschichten von Kindern und deren Familien, die Mut machen, und das ist richtig und wichtig – aber wir sagen auch: Es muss noch ganz viel passieren im Kampf gegen Kinderkrebs. Über die Kinder und Jugendlichen zu sprechen, die es nicht geschafft haben, und den Verlust und die Trauer, die betroffene Familien dadurch erleben, zu thematisieren, ist ebenso wichtig und darf kein Tabu sein. Diese unvergessenen kleinen und größeren Held*innen und Sternenkinder erinnern uns daran, wofür wir unermüdlich arbeiten: Dafür, dass die Heilungschancen weiter steigen, für mehr Forschung und für eine bestmögliche Behandlung, denn jedes Kind, das an Krebs stirbt, ist eines zu viel!

Und so bleibt uns zu sagen: Wir denken am bevorstehenden Vater- und Muttertag an alle Eltern und schicken eine stille Umarmung an jene, die ihre Kinder nicht mehr bei sich haben können! Ihr und eure Sternenkinder werdet gesehen.

Abschließend meine persönliche Empfindung: Für mich ist der Muttertag traurigschön, eine Beschreibung, die ich seit dem Tod meines Sohnes häufig nutze. Denn ich habe noch zwei kleine Kinder an meiner Hand, die mich am Muttertag mit Aufmerksamkeiten und vor allem ganz viel Liebe beschenken. Das rührt mich zu Tränen – aber meine Tränen bleiben dabei auch stets Tränen der Trauer, eine andere Form der Liebe, denn sie sind auch Ausdruck des Fehlens und des Vermissens meines ersten Kindes.

Natasha vom Team der Kinderkrebshilfe Mainz

Weltkinderkrebstag: Avas größter Wunsch – eine Mutmacher-Geschichte

Am 15. Februar ist Weltkinderkrebstag. Ein Tag an dem wir ganz besonders auf das Thema Krebs im Kindes- und Jugendalter aufmerksam machen: In dem wir Schleife tragen und die Geschichten derer erzählen, die betroffen sind – so wie die Geschichte der kleinen quirligen Ava, die mit zwei Jahren an Blutkrebs erkrankte.

Mattes, der tapfere Kämpfer – eine Mutmachergeschichte

Der elfjährige Mattes hat für sein Alter schon viel erlebt. Er berichtet uns von seiner Zeit im Kinderonkologischen Zentrum Mainz.