Sport bei Kindern mit Krebs: Schnuppertrainings für Tennis und Basketball

Sportliche Neuigkeiten für die kleinen Patienten des Mainzer Kinderkrebszentrums: Kommende Woche startet das langersehnte Basketball- und Tennisprojekt im Kinderkrebszentrum der Universitätsmedizin Mainz. Was im vergangenen Jahr mit einer guten Idee begann, wird jetzt mit viel Engagement und Herzblut tatsächlich in die Tat umgesetzt. Mit Tennisausrüstung und Basketball im Gepäck, kommen die lizensierten Trainer des TSC Mainz und der FRAPORT Skyliners höchstpersönlich auf der Station des Kinderkrebszentrum vorbei und veranstalten dort direkt auf Station, im Sportraum oder im Bewegungsgarten eine abwechslungsreiche Tennis- oder Basketballstunde.

Geplant ist, zukünftig einmal pro Woche für jeweils zwei Stunden (14-16 Uhr) eine Ballschule mit Tennis und Basketball für die kleinen Patienten und deren Geschwister und Bekannten anzubieten. Die Aktion startet mit dem ersten Tennis-Trainingstag am Mittwoch, den 03. Mai 2017 und dem Basketballtraining am Donnerstag, den 11. Mai 2017.

Bewegung und Sport bei Kindern mit Krebs? Lange hielt man diese Kombination für risikoreich. Inzwischen ist jedoch wissenschaftlich nachgewiesen, dass Bewegung und Sport den Krankheitsverlauf tatsächlich beeinflussen – und zwar positiv. Vor diesem Hintergrund sollen die kleinen Patienten mit Hilfe der Ballschule wieder in eine Gruppe integriert werden, den Spaß an Bewegung finden und durch regelmäßige Trainings neue Kontakte oder Freundschaften innerhalb eines neuen Vereins knüpfen.

Hans Beth, Initiator der Schnuppertrainings und Chairman der BASKETBALL AID INTERNATIONAL TOUR, ist positiv gestimmt: „Ich freue mich, dass wir mit insgesamt 6.000 Euro Trainerbudget den Kindern die Möglichkeit bieten können, Tennis- und Basketballluft zu schnuppern. Vielleicht findet der ein oder andere darin eine neue Leidenschaft und in den Ballsportarten sogar ein neues Hobby."

Auch Sandra Stössel, leitende Sportwissenschaftlerin und Doktorandin am kinderonkologischen Zentrum Mainz ist davon überzeugt, dass die Ballschule für die kleinen Patienten eine tolle Bereicherung ist: „In den letzten Jahren konnten wir beobachten, dass die Kinder nach einer Therapie tatsächlich weniger aktiv sind als gleichaltrige. Dem Problem wollen wir natürlich entgegenwirken, indem wir die Kinder sowohl während der Therapie als auch in der Nachsorge ganzheitlich begleiten."

Die Doktorandinnen und Sportwissenschaftlerinnen Sandra Stössel und Silvia Wenzel haben ihren Arbeitsalltag voll und ganz der Bewegung verschrieben: Im Mainzer Kinderkrebszentrum gestalten sie täglich maßgeschneiderte Trainingspläne für die jungen Patienten, führen abwechslungsreiche Sporteinheiten durch, koordinieren Schnuppertrainings in der Nachsorge und sind darüber hinaus stetig um Fortschritt in der Forschung bemüht. Mit ihrer täglichen Arbeit leisten sie einen wesentlichen Beitrag dazu, dass in naher Zukunft hoffentlich jedem kleinen Patienten auf einer Kinderkrebsstation ein auf die Therapie abgestimmtes Sportprogramm angeboten und damit ein effektiverer Weg zur Heilung aufgezeigt werden kann.

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